am 17. Oktober 2013

Einblick in die ersten Wochen

Jetzt bin ich schon fast sechs Wochen hier und schaffe es erst jetzt meinen ersten Eintrag zu schreiben. Die Zeit vergeht echt wie im Flug! Mir geht es hier sehr gut, ich fühle mich sehr wohl im Projekt und die „Arbeit“ macht mir sehr Spaß. Es gäbe soo viel zu erzählen, wir erleben einfach so viel jeden Tag, ich wüsste gar nicht wo ich anfangen und aufhören sollte. Jeder Tag ist eine neue Überraschung, das gefällt mir sehr. Auch wenn wir uns jede Woche einen Plan schreiben, weiß man doch nie genau wie der Tag wird. Doch genau das ist das Spannende: Ich wache jeden Tag neugierig und fröhlich auf.

Unsere Hauptaufgaben hier liegen im Betreuen der Hortkinder und im Mitarbeiten im Kindergarten. Doch wer jetzt glaubt das ist alles, der irrt sich! Die Wochen sind sehr ausgefüllt mit vielen anderen Sachen und Aufgaben: Jeden Montag bereiten wir die oración für die Familien vor, jeden Samstagvormittag besuchen wir eine (seit wir zu viert sind auch zwei) Familien, Samstagabend ist die Jugendgruppe und seit einer Woche findet jeden Abend ein Schmuckkurs statt, wo vor allem die Mütter kommen. Außerdem sind wir viel beim Vorbereiten und Basteln und haben sonst noch viel zu erledigen.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde ob ich lieber im Hort oder im Kindergarten bin, wüsste ich gar keine Antwort. Mir macht beides total Spaß und beides hat seine Reize.

Nach dem Kindergarten bin ich immer total glücklich, aber auch ziemlich erschöpft. 😉 Es ist einfach ein Wahnsinn mit wieviel Freude man jeden Tag von den Kindern erwartet wird, alle stürmen auf dich zu, wild „Tía tía“ rufend. Seit eine Tante im Kindergarten gekündigt hat, haben wir auch viel mehr zu tun und ich helfe sehr oft bei den 4-6 Jährigen, also den Größten mit.

Da mein Spanisch jetzt schon besser ist, kann ich auch viel besser mit den Kindern arbeiten. Doch die Sprache hat mich eigentlich noch nie daran gehindert etwas nicht zu machen: Schon in der zweiten Woche haben Andrea und ich ein sehr schönes Thema mit den Kindern durchgemacht: Das Thema Teilen. Dazu haben wir die Geschichte vom Regenbogenfisch erzählt und anschließend einen großen Regenbogenfisch mit den Kindern gebastelt. Jedes Kind war eine Schuppe. Dem vorausgegangen sind viele Vorbereitungen, zum Beispiel haben Andrea und ich die Bilder selbst gezeichnet und die Geschichte selbst zusammengefasst, da diese hier nicht bekannt ist. Außerdem haben wir eine Woche davor einen Fototag veranstaltet, damit auch jede Schuppe ein Foto vom jeweiligen Kind bekommt. Das hat den Kindern wahnsinnig Spaß gemacht!

Das Resultat war dann auch wirklich schön: Als dann der Fisch fix und fertig auf der Wand hing, waren alle, Kinder, Tanten wie auch wir, sehr stolz.

Doch auch die Arbeit im Hort macht mir wahnsinnig Spaß. Ich finde es toll, dass wir auch mit älteren Kindern arbeiten. Bei den Mathematik Hausübungen bin ich mir bewusst geworden dass meine Malreihen zwar etwas eingerostet sind, doch ansonsten können wir den Kindern eigentlich gut helfen.

Am Liebsten mag ich es wenn sie eine „Bastelaufgabe“ haben. Da bin ich immer sofort zur Stelle 😀

Eine kleine Geschichte dazu: Letztens ist Jonathan zu mir gekommen mit der Bitte mit ihm eine Waage zu basteln. Wir hatten ein kleines Holzstück, Wolle und zwei kleine Pappteller. Und nur mit diesen Materialien haben wir eine wunderschöne Waage gebastelt. Mir gefällt es dass man mit wenig auch schon viel machen kann, vor allem regt es die Kreativität und Fantasie an.

So sind wir im Innenhof gesessen und haben mit einer Schraube, die wir gefunden hatten, und einem Stück Ziegel versucht Löcher in das Holzstück zu schlagen, da es weder Hammer noch Nägel gab. Und es hat geklappt! Stolz ist er am Abend mit seiner Waage am Abend nach Hause gegangen.

Wie schon gesagt, es gäbe soo viel zu erzählen. Über Stoffe kaufen mit unserer lieben Schneiderin Gloria, den Nationalfeiertag (der am 24.9. ist), über lustige Kindergeschichten im Kindergarten, ….

Doch ich glaube, einen kleinen Einblick unserer ersten Wochen konnte ich liefern. Und ab sofort werdet ihr jede Woche von uns hören, jede Woche von einer anderen Volontärin.

Hasta luego!

 

Über Johanna Exenberger

Mein Name ist Johanna, ich bin 18 Jahre alt und komme aus Tirol. Ich fotgrafiere, zeichne und bastle gerne und bin gerne auf Reisen. Dieses Jahr habe ich das BORG Innsbruck abgeschlossen und bin von September bis Juli hier im Projekt Familia Feliz.

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Santiago