am 17. Februar 2014

Empanadas á la „Bolivaustria“

Alles da?

Eier, Zucker, bisschen Butter, Käse, Mehl, Wasser macht den Kuchen gel!

 

Knapp daneben, diese Ingredienzien – okay, vielleicht alles bis auf Käse – könnten rein theoretisch auch für die Verarbeitung zu gelbbraun gebackenen Kuchen, so wie wir ihn aus österreichisch großmütterlicher Küche kennen, verwendet werden. Da wir aber nicht nur in sprachlicher Hinsicht komplett  in dieses Land, das uns vorher doch so unbekannt erschien, eingetaucht sind, sondern es auch stolz auf kulinarischer Ebene vertreten, darf ich Ihnen heute Empanadas á la „Bolivaustria“ präsentieren.

 

Wie jeden Samstag treffen wir uns gemeinsam mit den anderen Jugendlichen im Famundi-Haus, doch heute sollte alles ein wenig anders werden. Riesige Folien werden über Tische gespannt und provisorisch mit Tixo befestigt. Schüsseln, Teigwalger, Käsereiben, Löffel, Kannen, Messer werden durch den Raum balanciert und gelangen in kaffeebraune bis eher „kasweiße“ Hände, die damit den vorerst trockenen staubähnlichen Teig bearbeiten.

Mit meinem „Gehört das so oder fehlt da jetzt schon noch was?“ enttarne ich mich als Anfänger in dem Gebiet der Teigwarenkunst, doch sind schließlich auch noch nie fertige Empanadabäcker vom Himmel gefallen. Ein Mädchen, wachsame Augen, dunkle Lippen, eigentlich schon eine junge Frau, sieht dies scheinbar genauso und zeigt mir, wie man den Teig richtig mit Wasser vermengt, sodass keine Klümpchen entstehen.

 

Dann geht es ans Füllen. Fingerspitzen drücken und formen die Ränder. Hände tragen die fertigen Prachtstücke in die Küche, um dort Pfannenwender und Gabeln zu schwingen. Währenddessen vertreiben wir anderen uns die Zeit mit Gitarre Spielen und Singen, beziehungsweise improvisiertem Rappen, das für Gelächter sorgt.

Erst der erste Bissen und der seltsam süß-käsige Geschmack, an den wir uns erst gewöhnen mussten, sorgen für schlemmende Stille. Eine Stimme, ein Lächeln im Ton, durchdringt die kauende Genusskulisse: „Nächstes Mal machen wir dann Cuñapés*, einverstanden?“OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

*Cuñapés = Brötchen von kaugummiähnlicher Substanz, das vorwiegend aus Yuca-Mehl und Käse besteht

Über Marlene Klotz

Mein Name ist Marlene Klotz und ich bin 19 Jahre alt. Ich komme aus Wals (bei Salzburg) und bin von Anfang Oktober bis Ende Maerz beim Projekt Famundi als Volontaerin dabei. Im Juni 2013 habe ich am Musischen Gymnasium maturiert und freue mich jetzt sehr nach dieser stressigen Zeit in Bolivien angekommen zu sein und hier in vielerlei Hinsicht so viel Neues zu erleben!

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Santiago