am 13. Oktober 2016

Leben im Haus des Segens!

Buen día und hallo aus Santa Cruz! Es tut sich wieder was im Volo-Leben von FAMUNDI! Hanna Kirchweger, 18 Jahre alt und aus Frauenstein, einem kleinen Dorf nahe Molln und ich, Maria Leitgab, ebenfalls 18 Jahre alt und aus Gschwandt bei Gmunden dürfen nun schon seit über 2 Monaten im Projekt tatkräftig mithelfen und das bolivianische Leben kennenlernen. Seit circa 3 Wochen sind wir nun zu dritt in der Volo-Wohnung und bestreiten als Trio mit Gabriel Uhl, 24 Jahre alt und ebenfalls aus Gschwandt bei Gmunden unseren FAMUNDI-Alltag.

Alles aufzuzählen, das wir hier schon erleben durften, wäre wahrscheinlich ein wenig viel. Deshalb möchte ich mit euch ein paar Highlights teilen:

·        Ein bis zwei Mal wöchentlich versuchen wir eine Familie zu besuchen, um mit ihr ein wenig Zeit zu verbringen und um zu sehen, wie sie lebt. Jeder Familienbesuch ist anders, aber es ist immer wieder extrem spannend, die Familien zu Hause zu besuchen. Erst dort wird oft klar, wie arm die Familien wirklich sind, denn manchmal ist die Armut sehr versteckt. Die Familien freuen sich immer sehr, wenn sie mit uns Zeit verbringen können und auch für uns ist es jedes Mal eine Bereicherung und eine Ehre, dass sie uns in ihren Häusern empfangen.

·        Schon öfter wurden von FAMUNDI Kurse aller Art angeboten, seien es Malkurse, Tortenkurse, Stickkurse –  immer wieder versucht das Projekt, Müttern eine Chance zu geben sich weiterzubilden und Dinge zu lernen. Wir hatten die Chance, klassische „Brote“ Boliviens zu backen! Diese haben zwar wenig mit unserem Schwarzbrot daheim zu tun, sind aber genauso köstlich. Von Reisbrot in Bananenblättern bis hin zu Rosinenkränzen, Käserollen oder die unabkömmlichen Saltenas (leckere, gefüllte Hühnertaschen, die man wirklich an jeder Ecke bekommt) war für jeden Geschmack etwas dabei. Der Kurs wurde natürlich mit einem großen Buffet und einem Zertifikat beendet – ein sehr gelungenes Erlebnis und das ein oder andere Rezept wird sicher in Österreich nachgebacken.

·        Die Gruppe der Jugendlichen ist mein persönlicher Schatz des Projekts und liegt mir sehr am Herzen. Schon zweimal durften wir mit Ihnen einen Ausflug machen. Das erste Mal ging es zu den Sanddünen in den Nationalpark „Lomas de arena“ und obwohl das Wetter nicht sehr gut mitspielte war es ein unheimlich schöner Ausflug mit Sandfußball im Regen und unerwarteten Bekanntschaften.
Letzten Sonntag fuhren wir in den „Parque Urbano“, ein Park mit Picknick-, Ballspiel- und Essensmöglichkeiten. Neben guten Gesprächen und viel Spaß mit den Jugendlichen, besichtigten wir auch eine Kirche inklusive einer kleinen Kapelle, wo jeder für sich sein und beten konnte. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie wichtig der Glauben für die Jugendlichen, aber auch im Generellen für die Bolivianer ist.

·        Nicht nur die Gruppe der Jugendlichen blüht wieder auf, sondern auch die Gruppenstunden für die Kleineren finden jeden Samstag statt. Hanna und Gabriel lassen sich immer etwas Besonderes einfallen, seien es verschiedenste Spiele, das Essen von leckerem Obstsalat und auch zum Basteln ist immer etwas dabei. Bei den etwas Größeren wird zum Teil sogar Blockflöte oder Gitarre unterrichtet! Den Kindern gefällt diese Zeit unheimlich gut und sie haben immer sehr viel Spaß hier in FAMUNDI.

·        Um das Projekt und unsere Arbeit noch mehr verstehen zu können, fuhren wir mit Leonor (Koordinatorin in Bolivien) und Padre Juan (Pfarrer, der das Projekt schon lange kennt und unterstützt) ins Haus des ehemaligen Kardinalen Julio Terrazas Sandoval, ein wunderschönes Anwesen in dem auch schon Papst Franziskus zu Gast war. Da der Kardinal leider letztes Jahr verstorben ist, steht sein Haus nun für Workshops und Ähnliches zur Verfügung und so hatten wir die Chance, inmitten von wilden Orchideen und anderen zu bestaunenden Pflanzen viel über unser Volontariat, das Projekt selbst und unsere Aufgaben in Bolivien zu lernen – ein äußerst gelungener Vormittag.

·        Geburtstagsfeiern: Neben dem Geburtstag von Anna-Maria durften wir auch vor kurzem den FAMUNDI-Geburtstag feiern. Dazu wurden Torten gebacken, der Salon geschmückt, jeweils eine schöne Messe gefeiert, zusammengesessen und gegessen. Viele Mütter nahmen teil und es war schön, diese Feste gemeinsam zu feiern.

·        Ein weiteres persönliches Highlight ist die Arbeit in der Schneiderei. Zwei Mal pro Woche arbeite ich gemeinsam mit anderen Müttern, die gerade frisch das Nähen lernen und der Vereinsschneiderin Gloria zusammen. Zurzeit arbeiten wir auf Hochtouren an den Weihnachtssachen, die dann in Österreich verkauft werden. Neben wunderschönem Weihnachtsschmuck, kann man sich auch auf Kochschürzen, Adventkalender, Kinderhauben und vieles mehr freuen. Jedes Stück ist etwas Besonderes und wird mit viel Liebe angefertigt.

·        September ist das Monat von Santa Cruz – das ist nirgends zu übersehen und wird auch ausgiebig gefeiert. So auch in unserem Kindergarten, der dazu vor zwei Wochen eine sogenannte „Feria“ veranstaltete. Dazu wurde reichlich traditionelles Essen zubereitet, der Kindergarten wurde in den Nationalfarben grün-weiß geschmückt und wird durften gemeinsam mit den Kindergartentanten einen traditionellen Tanz mit Stock und Tigerkostüm aufführen. Viele Eltern der Kinder waren anwesend und es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis.

Das war’s einstweilen von den Highlights der letzten Zeit. Eine sehr turbulente Zeit, mit vielen schönen Momenten. Ich muss mich an dieser Stelle schon wieder von FAMUNDI verabschieden, meine Zeit hier ist etwas kurz und deshalb wird euch beim nächsten Volo-Blog jemand anderes beehren. Vielleicht Ewa, eine neue Volontärin aus Polen, die nächste Woche in Bolivien ankommen wird…

Bis dahin, ciao y hasta luego!

Über Anna-Maria Marschner

Gründerin und Obfrau von FAMUNDI

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Santiago