am 30. September 2015

Volo-Blog von Friederike

Buenas días! Um mich kurz vorzustellen: Mein Name ist Friederike Decker, ich bin achtzehn Jahre alt und komme aus Gmunden, werde jedoch ab nächstem Jahr- sollte alles klappen- nach Graz ziehen und dort Medizin studieren. Nach der Matura habe ich beschlossen für vier Monate nach Bolivien zu reisen, um dort im Projekt FAMUNDI mitzuhelfen. Bereits einen Monat darf ich nun hier arbeiten und immer noch erlebe ich jede Woche viel Neues und Spannendes. Auch diese Woche ist wieder einiges passiert! Neben den besinnlichen Gebetszeiten, den erfreulichen

Familienbesuchen und natürlich auch dem vielen Kinderlachen, das wir allwöchentlich erfahren, sind wir diese Woche erstmals in die kulinarische Kultur Boliviens eingetaucht. Denn vor ein paar Tagen hat der Tortenworkshop angefangen, bei dem die Familien aus der Umgebung lernen, wie man einfach und effektiv eine köstliche Nachspeise zaubert. Sei es eine Käsetorte oder eine Roulade gefüllt mit dulce de leche- hier ist für jeden etwas dabei. Jedoch ist dieser Workshop nicht nur ein Zuckerschlecken, weil am Ende des Kurses muss jeder Teilnehmer bzw. jede Teilnehmerin eine Prüfung ablegen und bekommt bei Erfolg ein Zertifikat.

Wir konnten diese Woche auch wieder viele neue Bekanntschaften aus aller Welt knüpfen. Nicht nur eine brasiliansche Missionarin und das frühere Patenkind meiner Mama durften wir kennen lernen, sondern auch zwei Mädchen aus Deutschland, die in einem Projekt bei uns in der Nähe mitwirken. Diese haben wir sofort zum Abendessen eingeladen, denn für uns war das sehr erfreulich wiedermal Leute aus unserer vertrauten Heimat zu treffen und die Muttersprache reden zu können.

Außerdem wurden wir erstmals zu einer Geburtstagsfeier der einjährigen Nadia eingeladen. Im Gegensatz zu Österreich ist es hier Teil der Kultur die Geburtstage der Kleinen bereits wahnsinnig groß zu feiern. Hierbei wurde ein Clown für die Kinder engagiert und alle dreißig bis vierzig Gästewurden mit Empanadas, Hamburger und Torte verwöhnt. Das war wirklich ein gelungenes Fest.

Des Weiteren starteten die Jugendlichen von FAMUNDI ein Projekt im Behindertenheim Santa Teresa de los Andes. Sie wollen die Anstalt, die finanziell gerade leider nicht sehr stabil ist, mit Essensspenden, sowie mit ihrer Zeit,um beispielsweise mit den Bewohnern bzw. Bewohnerinnen spazieren zu gehen, beschenken. Am Samstag haben wir Santa Teresa nochmals besucht, um weitere Informationen einzuholen und offene Fragen zu beseitigen, denn die Jugendlichen wollen sogar in ihren Schulen und Universitäten darüber berichten. Für mich persönlich ist es sehr schön anzusehen wie so junge Menschen, die selber nicht so viel haben, trotzdem aus eigenen Kräften das bisschen teilen. Und das noch dazu mit großem Erfolg!

Neben diesen schönen Erlebnissen, hatten wir jedoch diese Woche auch viel Organisatorisches zu erledigen, da nach einem Monat nun unser Touristenvisum abläuft und wir schleunigst ein Neues brauchen. Zum Glück ist uns bei diesem lagwierigem und stressigen Vorgang stets Leonor, die Leiterin vor Ort, eine Unterstützung und somit haben wir es bereits geschafft Fotos zu schießen und einen spanischen Lebenslauf zu verfassen.

Jedoch das Highlight dieser Woche war wohl unser Ausflug mit Padre Juan, unserem Priester hier.

Mit ihm durften wir zu einer Kirche in einem Dorf namens San Miguel fahren, damit wir dort die Firmung der ansässigen Kinder, das Patronatsfest, sowie das fünfzehnte Jubiläum des Priesters feiern konnten. Auf dem Weg dorthin hielten wir in einigen Dörfern und Städten in der Umgebung von Santa Cruz und schauten uns dort die Plätze und Kirchen an. Als wir ankamen, wurden wir zuerst vielen Menschen, sogar dem Bischof, vorgestellt und durften dann bei einer besonders schönen und feierlichen Messe teilnehmen. Im Anschluss zelebrierte die Kirchengemeinschaft das Jubiläum noch mit Feuerwerken, einer Marschkapelle und einem riesigen Barbecue zu dem wir auch eingeladen waren. Aber das war noch nicht alles: danach gings noch nach Buena Vista, wo uns der portugisische Pfarrer und Freund von Padre Juan seine Kirche zeigte und wir die ländliche Gegend kennenlernen durften. Nach einer zehnminütigen Autofahrt kamen wir dann zum Fluss Surutú, wo wir in badewannenwarmen Wasser plantschten. Wieder am Weg nach Hause hielten wir noch beim Restaurant der Mutter von Padre Juan in Montera, in dem wir aufs Neue die Gastfreundschaft der Bolivianer zu spüren bekamen. Uns wurden großzügig Spezialitäten des Hauses, wie Reisbrot und Empanadas gefüllt mit Hühnchen und Kartoffeln, aufgetischt. Im Anschluss brachte uns der Pater glücklich und über alle Maßen satt wieder nach Hause. Ein sehr schöner Tag!

 

Über Anna-Maria Marschner

Gründerin und Obfrau von FAMUNDI

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Santiago